Schutzmauern
Im Laufe unseres Lebens bauen wir viele Mauern.
Sinn machen sie da, wo wir Gelände abstützen, Wasser von Festland trennen müssen oder auch bei Gebäuden.
Viele der Mauern, die wir um uns herum aufbauen machen nur für begrenzte Zeit Sinn.
Als Kind hattest Du keine andere Wahl, auch als Jugendliche/r oft noch nicht. Du musstest Dich ~ um nicht wieder verletzt zu werden ~ schützen. Es blieb Dir nichts anderes übrig als Mauern zu bauen.
Diese wurden im Laufe des Lebens jedoch immer höher und massiver. Sie fingen an Dich einzuengen, Dich selbst vom Leben abzuhalten.
Erst sollten diese Mauern, die als Schutz gedacht waren, die Verletzungen abhalten. Aber was ist daraus geworden?
Da weitere Verletzungen nicht ausblieben, musstest Du sie immer höher ziehen und manches Mal auch verstärken. Da dies nicht von außen möglich ist - Du hast die Mauern ja um Dich herum aufgebaut - wird es immer enger in den Mauern.
Du kannst inzwischen selbst nicht mehr darüber schauen und hast das Gefühl, dass sie Dich immer mehr einengen, Dir keinen Freiraum und schon gar keine Freiheit mehr lassen. Du magst sogar das Gefühl haben, dass Du sie nicht mehr abbauen kannst. Der "Mörtel" ist getrocknet. Sie sind massiv und haltbar geworden.
Und Du fragst vielleicht, ob Du ohne diese Mauern überhaupt noch leben kannst. Du hast Dich schließlich ein Leben lang an sie gewöhnt.
Was passiert, wenn Du die Mauern zum Einstürzen bringst?
Geht das überhaupt?
Wirst Du dann wieder verletzt?
Ja, es geht.
Und es ist der einzige Weg in Deine Freiheit, in Dein Leben.
Das einzige was Du benötigst um diese Mauern zum Bröckeln zu bringen ist Eigenliebe. Eigenliebe ist auch dazu da, dass Du Dich vor weiteren Verletzungen schützen kannst, dann wenn diese Mauern langsam brechen und zum Schluss ganz weg sind.
Je mehr Eigenliebe Du entwickelst - und dazu hast Du ja in den Mauern Zeit und Schutz - umso mehr bröckelt die Mauer und umso intensiver bist Du bereit Dich dadurch, dass Du Grenzen setzt zu schützen und weiteren Verletzungen vorzubeugen.
Es mag da den einen oder die andere geben, die in letzter Minute doch noch einmal Angst bekommt die Mauern völlig wegzulassen und meint genau diese Mauer, die sie/er gerade zum Einstürzen gebracht hatte, wieder aufbauen zu müssen.
Denke bitte daran, Du hast in den Mauern nicht nur Eigenliebe entwickeln können, sondern auch Dich und Dein SELBST kennen lernen können.
Jetzt ist es an der Zeit Dir selbst das Vertrauen entgegenzubringen, das Du verdient hast. Vertrauen in die Tatsache, dass Du Dich nicht wieder verletzen lassen wirst, dass Du rechtzeitig und im rechten Maß die Grenzen setzen wirst und dass Du es Dir Wert bist glücklich und in Fülle Dein Leben zu verbringen.
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